Tennisschlaeger Info

Tennisschläger ... worauf es wirklich ankommt !!!

 

 

... Titanium und Zaubermetalle sind zumeist nur Marketing-Erfindungen und häufig im Tennisschläger nur in geringen Spuren und zumeist auch dann nur im Lack nachweisbar - darunter sind sie übrigens alle schwarz. Die Physik läßt sich bekanntlich nur selten überwinden, auch wenn die Marketingexperten uns anderes glauben machen möchten.

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Orientieren Sie sich also besser an den "echten" Werten, die wir für Sie in der Folge zusammengefaßt haben, nur diese sind physikalisch für Tennisschläger wirklich relevant. Marketing hat bekanntlich nur die Aufgabe zu verkaufen, wir wollen Sie so beraten, daß Sie wissen, worauf es beim Ihrem neuen Tennisschläger wirklich ankommt:

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  • kleinere Schlägerfläche = weniger Power, kleiner Sweetspot, höhere Präzision
  • dünnerer Rahmen = weniger Power, weniger Präzision, bessere Längenkontrolle
  • leichterer Rahmen = weniger Power, braucht wenig Kraft, flattert relativ schnell
  • grifflastiger Schläger = weniger Power, manövrierfreudiger

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Umgekehrt gilt ebenso:

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  • größere Schlägerfläche = mehr Power, größerer Sweetspot, weniger Präzision
  • dickerer Rahmen = mehr Power, mehr Präzision, weniger Längenkontrolle
  • schwerer Rahmen = mehr Power, braucht viel Kraft, sehr stabil bei Flugbäller
  • kopflastiger Schläger = mehr Power, schwieriger zu manövrieren

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Schwungstil

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Typ L   = Langer Schwungstil   = (MS) Midsize Schlagfläche bis ca. 630 cm²,
Rahmen bis 22 mm, Schlägergewicht über 320 g (z.B. Head Prestige, Topspin CL 603)

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Typ M  = Mittlerer Schwungstil = (MP) Midsize Plus+ Schlagfläche 630-650 cm², 
Rahmen 22-25 mm, Schlägergewicht 280-320 g (z.B. Babolat Pur Drive, Topspin TPC 600)

 

Typ K   = Kurzer Schwungstil   = (OS) Oversize-Schlagfläche > 650 cm² ,
Rahmen > 25 mm, Schlägergewicht < 280 g (z.B. Topspin Spiders Attack, Head TiS6)

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 Je nach Zielsetzung wird der passende Tennisschlaeger wie folgt ausgesucht:

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Profis und sehr gute athletische Spieler bevorzugen in der Regel Tennisschläger mit eine Fläche von 630 cm² und weniger, deren Rahmen weniger als 24 mm stark ist und deren Gewicht zumeist deutlich über 300 g liegt. Dieser Typ Tennisschläger (Midsize) ist zwar sehr präzise, benötigt aber einen sehr großen Aufwand an Kraft und Kondition, die Power muß aus dem Arm kommen. Der kleine Sweetspot erfordert ein präzises Treffen des Balles. Vorteil dieses sehr sportlichen Rackettypes ist dessen große Präzision, die sehr gute Längenkontrolle und das Feedback, auf das kein Spitzenspieler verzichtet wird.

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ein sportlicher Späteinsteiger ist mit einem Tennisschläger um die 650 cm², einer Rahmenstärke von ca. 25 mm und einem Gewicht um 280 g gut bedient, auch wenn er am Anfang den Ball nicht ideal trifft, fordert ihn so ein Tennisschläger heraus, er wird sich schnell verbessern, weil das Racket ihm Fehler recht deutlich aufzeigt.

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Freizeitspieler, viele Senioren und Damen sind mit Oversize-Rackets (über 670 cm²) und dickeren Rahmen (>25 mm) zumeist bestens bedient, da diese viel Eigenpower besitzen, d.h. den Ball auch mit wenig Kraft erheblich beschleunigen. Diese Art Tennisschläger verzeiht aufgrund des großen Sweetspots auch an meisten Fehler.

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Allgemein kann man heute auch davon ausgehen, daß große Tennisschläger relativ leicht sind (235-280 g) und mit abnehmender Fläche und Rahmenstärke an Gewicht zulegen (Midsize Plus bis ca. 300 g, Midsize über 300 g).

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Hier erleben wir andererseits aber auch, daß spielstarke Senioren ihren "alten Kübler" sehr vermissen, ein relativ schweres Oversize-Racket. Hier bietet z.B. die Fa. TOPSPIN mit der PURE-Serie neuerdings die Möglichkeit des Gewichts-Tunings am Tennisschläger - ohne optische Veränderung - auch für spezielle Oversize-Rackets an. 

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Griffstärken

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Die Griffstärke bei einem Tennisschläger ist wichtig, sonst können die Finger den Griff nicht umfassen, die Hand ermüdet zu schnell. Nachdem die Griffstärken bei den einzelnen Herstellern unterschiedlich ausfallen ist es häufig notwendig, mehrere Griffstärken auszuprobieren.

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Die richtige Griffgröße haben Sie gefunden, wenn Ihre Hand den Griff umschließt und die Fingerkuppen den Handballen nicht berühren (1 mm Abstand genügt)

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  • Griffstärke/Umfang (soll)
    L 1
     = 4 1/8 inches = 105 mm    (kleine Frauenhand)
    L 2
     = 4 1/4 inches = 108 mm    (Frauenhand/kleine Männerhand)
    L 3
     = 4 3/8 inches = 111 mm    (Männerhand)
    L 4
     = 4 1/2 inches = 114 mm    (große Männerhand
    L 5
     = 4 5/8 inches = 118 mm    (sehr große Männerhand)

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Wenn Sie mit einem Überband (Overgrip) über dem Basisband spielen wollen, das die Feuchtigkeit zusätzlich aufnimmt, empfiehlt es sich ggf., den Griff eine Nummer kleiner zu wählen. Overgrips gibt es zumeist in den Stärken zwischen 0,50 und 0,75 mm, die die Griffstärke bei einem Tennisschläger entsprechend beeinflussen. 

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Spielertypen 

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das eigene Spielvermögens beim Tennis richtig einzuschätzen ist sehr schwierig, jedoch auch von großer Bedeutung für die Wahl eines passenden Rackets, der Ihr Spiel ja optimal unterstützen soll. Am Besten fragen Sie Ihren Trainer, oder auch einen erfahrenen Spieler, wie er sie beurteilen, in welche der folgenden Klassen er Sie einteilen würde.

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Diese Klassifizierung hilft Ihnen bei der Vorauswahl von Tennisschlägern, so daß Sie sich beim Testen z.B. auf Rackets der Rahmenstärke 23 - 25 mm konzentrieren können (Medenspieler), um das Testen selbst kommen Sie erfahrungsgemäß nicht herum.

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 Rahmenstärke =  abhängig vom Schwungstil aussuchen

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Typ L  = Langer Schwungstil   ausgeprägt athletisch mit langer Ausholbewegung, technisch sehr gut ausgebildet, erkennt sehr früh, wohin der Ball gespielt wird, trifft den Ball sehr präzise und kann sehr hart schlagen

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geeignet für: Turnier- und sehr gute Medenspieler, die selbst sehr viel Zug und Power aus dem Arm entwickeln, somit bei einem Tennisschläger wenig Wert auf Power, dafür umso mehr auf Präzision und Rückmeldung legen.

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 Typ M  = Mittlerer Schwungstil mittellange Ausholbewegung, sportlich, technisch gut, trifft den Ball zumeist mittig, kann hart schlagen, erkennt relativ früh, wohin der Ball kommt

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geeignet für: spielstarke Medenspieler, sowie sehr gute Senioren und Damen, die von einem Racket Power und Präzision erwarten, den Ball aber auch selbst sehr gut beschleunigen können und früh erkennen und treffen

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 Typ K   = Kurzer Schwungstil   kurze Ausholbewegung, weniger kraftvoll,  

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geeignet für: Senioren, Damen und Freizeitspieler, die die Unterstützung eines Rackets, das viel Power entwickelt und Fehler aufgrund des großen Sweetspots verzeiht, benötigen

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Selbstverständlich gibt es jeweils zahlreiche Zwischenstufen. So können Damen oder Senioren technisch sehr gut sein, jedoch fehlen Kraft und Antrittsschnelligkeit um immer richtig zum Ball zu stehen, was letztendlich aber Voraussetzung für einen sportlichen = kleinen und schweren Tennisschlaeger ist

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Schläger-ABC

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Balance = (Schwer-) Punkt eines Tennisschlägers, an dem ein Gleichgewicht zwischen Schlägerkopf und -Griff besteht. Je kopflastiger ein Racket ist, um so mehr Power entwickelt es, benötigt aber einen längeren Schwungstil und ist auch entsprechend schwerer z.B. am Netz zu manövrieren. Deshalb sind schwere Tennisschläger zumeist grifflastig, leichtere Rackets müssen entsprechend kopflastiger sein.  

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Gewicht =  generell gilt hier: je größer die Masse eines Rackets, desto ruhiger liegt er in der Hand, desto sicherer lassen sich auch Flugbälle spielen. Allerdings leidet unter einem höheren Gewicht logischer Weise die Manövrierfähigkeit eines Tennisschlägers z.B. beim Spiel am Netz, so daß es auch hier den "optimale Kompromiß" zu finden gilt.

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Das Gewicht eines Rackets sollte auf die Physis eines Spielers abgestimmt sein, da ein athletischer Späteinsteiger einen schweren Tennisschlaeger besser beschleunigen und manövrieren kann, als z.B. eine ältere Freizeitspielerin.

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Länge: die normale Länge eines Tennisschlägers beträgt ca. 68,5 cm. Grundlinienspieler bevorzugen teilweise Rackets in Überlänge (bis 71,5 cm), die auch als XL-Version am Markt angeboten werden. Vorteil: größere Reichweite und mehr Spin. Nachteil: schwieriger zu manövrieren, speziell auch am Netz, setzt langen Schwungstil voraus.

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Lebensdauer: die Lebensdauer eines Rackets ist primär vom "Streß" abhängig, dem es ausgesetzt ist, wobei ein Saitenwechsel der größte Streßfaktor ist. Nach 5 Jahren oder nach ca. 100 x neu Bespannen sollte man einen Tennisschlaeger ersetzen - spätestens.

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Material: das vorherrschende Materialie bei einem Tennisschläger ist heute - nach wie vor - überwiegend Graphit, unter Beimischung von etwas Carbon, Kevlar, Fiberglas etc.. Die landläufige Meinung z.B., daß Titanium-Rackets besonders leicht und steif sind, ist schlichtweg falsch. Titanium ist nun einmal schwerer als Graphit und in einem Racket nahezu ausschließlich im Lack und dort auch nur in Spuren zu finden. Ist der Lack einmal ab, hat man einen reinen Graphitschläger in der Hand.

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Lassen Sie sich also nicht durch irgend welche Zaubermetalle, Chips, Magnete oder sonstigen Elektrik-Tricks der Marketingsstrategen blenden, die haben garantiert nur eines im Sinne: den Umsatz anzukurbeln. Darin ist auch der Grund zu sehen, weshalb es dies Zauberschläger auch nur 1 Jahr gibt, die dann sang- und klanglos wieder verschwinden.

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  • Midsize (MS) = Tennisschläger mit Fläche bis ca. 630 cm²
  • Midsize Plus (MSP) = Tennisschläger mit Fläche von ca. 630 - 650 cm²
  • Oversize (OS)   = Tennisschläger mit einer Fläche von ca. 650 - 700 cm²
  • Oversize Plus (OSP)   = Tennisschläger mit einer Fläche von über 700 cm²
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Rahmenformen: über verschiedene Rahmenformen brauchen Sie sich keine besonderen Gedanken zu machen, wesentliche Unterschiede sind hier nicht bekannt.

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Rahmenhärte (RA): diese wird häufig in "RA" angegeben, ist hauptsächlich aber von der Rahmenstärke, sowie in geringerem Maße von den verwendeten Materialien abhängig, weshalb wir auf diesen Wert nicht gesondert eingehen (Werte siehe Rahmstärke).

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Saitenbild: die meisten Tennisschlaeger haben 18 Längssaiten und bis zu 21 Quersaiten. Von einem offenen Saitenbild spricht man bei 16 und weniger Quersaiten. Hier gilt: je weniger Längssaiten, desto mehr Spin. Je mehr Saiten desto mehr Präzision. Um die gleiche Präzision mit 16 anstatt 18 Längssaiten zu erreichen, muß ein Schläger um etwa 10 % härter bespannt werden.

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Schwungstil  =  siehe oben

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Sweetspot: als so genannter Sweet Spot bezeichnet man bei Tennisschlägern den optimalen Treffpunkt im Schlägerkopfzentrum, die Trefferfläche mit der geringsten Vibration und der bestmöglichen Ballbeschleunigung. Hier gilt generell:  je größer die Schlägerfläche, desto größer der Sweet Spot, das heißt eine größere Trefferfläche mit dem geringsten Aufprallschock und Vibrationen. 

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Turnier- und Medenspieler benötigen 2 und mehr identische Tennisschlaeger, so daß sie beim Riss einer Saite auf das nächste Racket zugreifen können, ohne sich umstellen zu müssen. Es ist deshalb wichtig, daß Schläger bei Kauf ausgewogen und am Besten auch getunt werden, damit Gewicht und Balance Ihrer Rackets aufs Gramm genau identisch sind, Ihren Vorstellungen und Vorlieben entsprechen.

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hier noch ein Link zum Video über die Produktion von Tennisschlägern
http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=HT5nd8vaLPU

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hier geht es zum Tennisschläger Tuning

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Beim Kauf von Rackets ist dies bei uns übrigens Standard, denn nur wenig ist schlimmer, als beim Stande von 4:4 im dritten Satz auf einen Tennisschläger mit einem anderen Gewicht und einer anderen Balance wechseln zu müssen. 
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ganz detailliert Info zum Thema Tennisschläger gibt es auf  Tennisschläger-Info-Tennissaiten, unserer Homepage für Tennisfreaks only
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Copyright Johann Bischof, Tennisshops.de


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